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Zurück zur Wiesenbewirtschaftung.
Die Ursache wiesenbaulicher Probleme:
 

Werden wenig intensiv bewirtschaftete Glatthaferwiesen stärker gedüngt verschwinden als erstes die empfindlicheren Horstgräser, und das Knäulgras wird dominant. Wird zudem noch der Schnittzeitpunkt vorverlegt, dann verschwindet auch das Knäuelgras.

.Grund:

Ein Knäuelgrashorst lebt nur einige Jahre, wenn er in dieser Zeit nicht versamen kann, wird auch er von der Wiese verschwinden.

.Folge:

Horstgräser die nicht versamen können und deren Wurzel durch Gülle oder Frischmist geschädigt werden, hinterlassen LÜCKEN. In diesen lückigen Beständen können sich andere Pflanzen – oft auch unerwünschte Arten, wie z.B: Ampfer, Wiesenkerbel, Bärenklau, Hahnenfuß und Löwenzahn breit machen. An trockeneren Standorten können auch Wiesenlabkraut und Schafgarbe mit ihren Kriechtrieben dominant werden, zudem vertragen beide Arten Gülle.

HINWEIS: Horstgräser eignen sich NICHT für einen Schnitt vor der Blüte bzw. eine intensive Nutzung!
 
HINWEIS: Der MASSENAUFWUCHS unerwünschter Kräuter wie Stumpfblättriger Ampfer, Scharfer Hahnenfuß, Bärenklau und Wiesenkerbel, kann durch einen Pflegeweidegang zeitig im Frühjahr rasch und nachhaltig eingedämmt werden. Gleichzeit empfiehlt sich die Übersaat/Nachsaat mit rasenbildenden Gräsern, die dem Standort angepasst sein müssen, z.B. für raue Lagen Wiesenrispengras (ein sehr gutes Gras für trockene, aber auch feuchte Standorte) und Wiesenfuchsschwanz (erträgt – entgegen der gängigen Meinung - Trockenheit sehr gut!) Gleichzeitig: maßvoll düngen und nutzen (Dietl 2004).

HINWEIS: Wenn Goldhafer zu früh gemäht wird, führt das bei den Kühen zu ‚Kalzinose’ (Verkalkung von Blutgefäßen und Gelenken); wenn er also in einer Wiese verstärkt vorkommt, dann darf erst nach der Blüte gemäht werden!

Neben der Wuchsform ist es auch noch von Bedeutung, die Standortansprüche der Gräser zu kennen. Intensiv nutzbare Futtergräser, wie Raigräser, Wiesen-fuchsschwanz, Wiesenrispengras, etc. verlangen reichliche Nährstoffversorgung, ausgeglichene Feuchtigkeits-verhältnisse und ausreichende Wärme. Wiesenstandorte, welche diese Anforderungen erfüllen, können als graswüchsig bezeichnet werden und entsprechend intensiv genutzt werden.

Entspricht der Standort nicht den Anforderungen der Gräser, kann intensive Düngung auch negative Auswirkungen auf den futterbaulichen Wert der Wiesen haben. Insbesondere in feuchten, schattigen, kühlen Lagen und in sehr trockenen Klimaregionen ist das Wachstum der Gräser gehemmt, und "Massenunkräuter" nehmen infolge der starken Düngung gewöhnlich zu.
Durch die schrittweise Veränderung des Pflanzenbestandes wird die negative Entwicklung aber oft über Jahre nicht erkannt. So kann z.B. durch erhöhte Düngung und häufige Nutzung einige Jahre eine futterbaulich positive Wirkung erzielt werden, da anfangs häufig wertvolle Futtergräser, wie Knäulgras, Raigräser, Wiesenrispengras und Wiesenfuchsschwanz zunehmen. Erst langsam nehmen unempfindliche Arten zu:

Ampfer, Löwenzahn, Kriechender Hahnenfuß, Hirten-täschel, Vogelmiere, etc. Durch geringere Durchwurzelung und Bedeckung des Bodens kann die Winterfestigkeit der guten Futtergräser abnehmen und die Abschwemmung und Auswaschung der Nährstoffvorräte ansteigen.

Erste Warnzeichen, dass ein Wiesenbestand "umkippt", ist meistens das starke Auftreten des Gewöhnlichen Rispengrases. Da es sich aber um ein Gras handelt, das im ersten Aufwuchs noch sehr wüchsig sein kann, wird die Gefahr oft übersehen. Nachfolgt die bekannte Unkrautflora.