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Regelmäßige Mahd und Abfuhr des Mähgutes
sind die Voraussetzung für die Entstehung und Erhaltung
von Wiesen. Von großer Bedeutung aus landwirtschaftlicher
aber auch ökologischer Sicht ist der Mahdzeitpunkt. Er
hat erheblichen Einfluss auf die Erntemenge, die Futterqualität
und auf die Artenzusammensetzung der Tier- und Pflanzenwelt
der Wiese.
Traditionelle Mähtermine
Die Landwirte der Vergangenheit haben die Termine für
den Wiesenschnitt so gewählt, dass sie mit jeder Nutzung
eine - hinsichtlich der Menge - optimale Heuernte erzielten.
Die Erntemenge war das wichtigste Kriterium - so mähte
man also zu dem Zeitpunkt, an dem die Vegetation ausgewachsen,
aber noch nicht überständig war, das heißt
noch nicht zu verdörren begann. Je nach Klimalage und
Seehöhe lag der erste Zeitpunkt für die Mahd im
Zeitraum von Mitte bis Ende Juni. Vielen Bäuerinnen und
Bauern sind die traditionellen Heutermine noch bekannt und
von einigen werden sie auch noch eingehalten.
Artenreiche, wenig intensiv genutzte Wiesen haben dabei den
Vorteil, dass sie in Bezug auf die Futterqualität 'nutzungselastisch'
sind, das heißt, um eine vergleichbare Qualität
bezüglich verdaulicher Energie ernten zu können,
kann eine Magerwiese etwa drei Wochen später geschnitten
werden als eine intensiv gedüngte Wiese. (aus der
Broschüre: Artenreiche Heumatten - Empfehlungen des Kantons
Solothurn, 1987) Der Bauer erhält so einen größeren
Spielraum bei der Heuernte.
Frühe
Mahd -
höhere
Schnitthäufigkeit - Silagenutzung
Die heutigen sehr hohen Erwartungen an die Produktivität
der Nutztiere lassen sich vor allem in der Rindermast und
in der Milchkuhhaltung nur dann erfüllen, wenn möglichst
nahrhaftes Futter verwendet wird. Hoher Eiweißgehalt,
hohe Energiedichte und geringer Rohfaseranteil sind in der
modernen Grünlandwirtschaft die maßgeblichen Kriterien
zur Beurteilung der Futterqualität. Die Erntemenge ist
nicht mehr das wichtigste Kriterium, weil die Wüchsigkeit
des Grünlands durch Düngung in weitem Rahmen steuerbar
ist. Nach diesen Maßgaben haben viele Landwirte die
Mähtermine gegenüber den traditionellen Heuzeiten
erheblich vorverlegt, zum Teil bis zu 6-7 Wochen (Ende April/Anfang
Mai), denn der Futterwert ist im jungen Aufwuchs deutlich
höher, als nach der Hauptblüte (NOWAK&SCHULZ,
2002). Allerdings hat dieses Futter auch Nachteile für
die Nutztiere (VERGLEICH KAPITEL:
Tiergesundheit). Als Pferdefutter ist zu früh gemähtes
Heu und Silage mit hohem Gehalt an Rohproteinen grundsätzlich
schlecht geeignet, das diese Tiere zellulosereiches Heu benötigen,
welches eigentlich auch die artgerechte Ernährung der
Rinder wäre (wichtig für die Pansenfunktion, Speichelfunktion
und das Wiederkäuen).
Zusätzlich zur frühen und häufigeren Mahd
hat - aus arbeitswirtschaftlichen Vorteilen - auch die Produktion
von Grassilage (silieren: Mahd vor dem eigentlichen Blütenstand
der Gräser) in den letzten Jahren ständig zugenommen.
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HINWEIS: Neueste Untersuchungen haben gezeigt,
dass der Eiweißgehalt der Grassilage bislang
deutlich überschätzt wurde. Nach aktuellen
Berechnungen liegt der Gehalt an absorbierbarem Eiweiß
deutlich tiefer als bei gut getrocknetem Heu (aus:
Ökologischer Wiesenbau; Dietl & Lehmann 2004)
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In der Praxis bedeutet das, dass die Kühe im Verhältnis
mehr Milch von Heu geben, da es mehr verwertbares Eiweiß
enthält (aus Ökologsicher Wiesenbau; Dietl &
Lehmann 2004).
VERSTÄRKTE DÜNGUNG, ZU FRÜHE MAHD, HÄUFIGE
MAHD und nicht zuletzt die ZUNEHMENDE PRODUKTION VON GRASSILAGE
haben für die Pflanzen- und Tierwelt der Wiesen gravierende
Auswirkungen. Wiesenkräuter kommen nicht mehr zum
Blühen und zum Versamen! Verschiedenste Tiere, darunter
auch Hummeln, Honig- und Wildbienen oder Schmetterlinge verlieren
ihre Nahrungsgrundlage und ihren Lebensraum. Die pflanzliche
und tierische Artenvielfalt nimmt ab! (Vergleich
Kapitel: Naturhaushalt!)
An dieser Stelle wird angemerkt, dass es bezüglich der
Gärfuttergewinnung mit 'Heupillen' derzeit noch keine
Untersuchungen hinsichtlich der Auswirkungen auf die Tierwelt
gibt. Es ist aber davon auszugehen, dass bei großräumig
praktizierter Ballenwirtschaft mit drastischen Abnahmen sowohl
der Arten als auch der Individuenzahlen von Schmetterlingen,
Heuschre-cken und anderen Wiesenbewohnern in einem noch nicht
abschätzbaren Ausmaß gerechnet werden muss
(LECHNER&ORTNER 2001).
| .Mähgeräte
und Schnitthöhe: |
Neben den Terminen und der Häufigkeit der Mahd hat auch
die Schnitthöhe Einfluss auf die Artenzusammensetzung
der Wiesenvegetation. Je dichter die Pflanzen an der Bodenoberfläche
abgemäht werden, desto ungünstiger sind die Voraussetzungen
für die Regeneration. Bei einer Schnitthöhe von
ca. 5 cm werden grundständige Rosetten, kleine kriechende
Kräuter, etc. teilweise oder vollständig von der
Mahd verschont.
Lagerung:
Bei
der arbeitsaufwendigen Heubereitung wird das Schnittgut maschinell
(seltener händisch) ausein-andergeworfen, damit es möglichst
rasch trocknet. Bei guter Witterung kann die Heutrocknung
nach mehrmaligem Wenden am Boden erfolgen. Das getrocknete
Schnittgut kann in diesem Fall noch am selben Tag oder am
darauffolgenden Tag eingebracht werden. Bei wechselhafter
Witterung mit Regenschauern wird das Schnittgut zu 'Haufen'
zusam-mengetragen und entweder auf Heumandeln oder Heuzäunen
solange gelagert bis es trocken ist. Die arbeitsaufwändige
Heubereitung von einst wird heute zunehmend von der Gärfuttergewinnung
verdrängt.
Bei
der Gärfuttergewinnung wird das Mähgut nicht getrocknet
und meist innerhalb eines Tages in Form der sogenannten "Heupillen"
abgeräumt. Diese Nutzungsform ver-mindert gegenüber
der Heuwirtschaft die Abhäng-igkeit von trockensonniger
Witterung. Silagewiesen werden zumeist vor oder in der frühen
Blüte der Pflanzen gemäht (siehe Mähtermine).
An dieser Stelle wird angemerkt, dass es bezüglich der
Gärfuttergewinnung mit 'Heupillen' derzeit noch keine
Untersuchungen hinsichtlich der Auswirkungen auf die Tierwelt
gibt. Es ist aber davon auszugehen, dass bei großräumig
praktizierter Ballenwirtschaft mit drastischen Abnahmen sowohl
der Arten als auch der Individuenzahlen von Schmetterlingen,
Heuschrecken und anderen Wiesenbewohnern in einem noch nicht
abschätzbaren Ausmaß gerechnet werden muss (LECHNER&ORTNER
2001).
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