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Wiesenbewirtschaftung / Grundsätze:
 

In der Wiese sind die Gräser wichtig! Sie bilden eine dichte Pflanzendecke, sind ertragreich und können verlustarm geerntet werden. Die Kräuter liefern wichtige Nähr-, Mineral- und Wirkstoffe!

Jeder Wiesentyp hat neben charakteristischen Gräsern auch seine eigenen charakteristischen Kräuter.

Besonders wichtig ist, die Gräserarten und deren Wachstumsansprüche zu kennen, vor allem den Unterschied zwischen HORSTBILDENDEN GRÄSERN (Knäuelgras, Glatthafer, Wiesenschwingel, etc.) und RASENBILDENDEN GRÄSERN (Wiesenrispengras, Wiesen-fuchsschwanz, etc.)!

.Horstbildende Gräser

Horstbildende Gräser müssen für ihre Vermehrung ver-samen können. Außerdem reagieren die Wurzeln dieser Gräser empfindlich auf starke Düngung insbesondere mit Gülle. GRUND: die Wurzeln werden nicht wie bei den rasenbildenden Gräsern durch einen wachsartigen Überzug (Kutikula) geschützt. Dadurch kann es schneller zu Schädigungen kommen. Ausnahme: das Knäuelgras. Es verträgt zwar erhöhte Stickstoffgaben, kann aber auf Grund des horstigen Wuchses keine dichte Grasnarbe bilden.

HINWEIS: In einer Glatthaferwiese finden sich überwiegend Horstgräser wie z.B. Wiesenschwingel, Glatthafer, Goldhafer, Knäuelgras, etc. Damit eine Glatthaferwiese – darunter auch die Salbei-Glatthaferwiese – erhalten bleibt, darf sie erst gemäht werden, wenn die meisten Gräser und Kräuter verblüht sind. Nur so können sie versamen. Damit der relativ späte Heuschnitttermin (~ Mitte Juni) eingehalten werden kann, sollten diese Wiesen nicht mit stickstoffhaltigen Düngern ‚getrieben‘ werden. Zu frühe Mahd und Düngung mit Gülle können die Pflanzenzusammensetzung innerhalb kurzer Zeit völlig verändern - eine Rückführung in den ursprünglichen Zustand kann - wenn es überhaupt noch möglich ist – Jahrzehnte dauern.
 
.Rasenbildende Gräser

Rasenbildende Gräser brauchen für ihre Vermehrung nicht versamen. Sie können sich über unterirdische Kriechtriebe vermehren und eignen sich deshalb auch für Silagenutzung. Zudem sind diese Kriechtriebe (im Gegensatz zu den Wurzeln der horstbildenden Gräser) mit einem wachsartigen Überzug (Kutikula) geschützt und reagieren somit nicht empfindlich ("verbrennen") auf starke Düngung insbesondere mit Gülle.