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Wiesentypen / Riedwiese:
 

Riedwiesen - häufig auch als Flach- oder Niedermoore bezeichnet - werden vor allem von Kleinseggen bewachsen. Sie haben ihren Standort auf staunassen, moorigen Böden, die stets durch das Grundwasser feucht gehalten werden. Die Nährstoffversorgung an moorigen Standorten ist generell sehr eingeschränkt, weshalb Flachmoore auch als Extremstandorte gelten, die von Natur aus baumfrei sind. Werden Kleinseggenriede zur Gewinnung von Einstreu genutzt bzw. wird in den Wasserhaushalt solcher Flächen eingegriffen, kommt es auch hier bei Einstellung der Nutzung zu einer Verbuschung bzw. langfristig gesehen zu einer Bewaldung.

 
.Typische Pflanzenarten (nach Dietl 1994)
 

Davallseggenried (Kalkflachmoor):

Davallsegge (Carex davalliana), Hirsensegge (Carex panicea), Breitblättriges Wollgras (Eriophorum latifolium), Schwarze Kopfbinse (Schoenus nigricans), Simsenlilie (Tofieldia calyculata), Gewöhnliches Fettblatt (Pinguicula vulgaris), Mehlprimel (Primula farinosa), Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea), verschiedene Orchideen; Braunsegge (Carex fusca) (höhere Lagen), Alpenfettkraut (Pinguicula alpina) (höhere Lagen)

Braunseggenried (auf saurem Boden):

Braunsegge (Carex fusca) (stark), Graue Segge (Carex curta), Sternsegge (Carex echinata), Rasenbinse (Trichophorum caespitosum), Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium), Hundsstraussgras (Agrostis canina), Sumpfveilchen (Viola palustris), verschiedene Torfmoose

 
.Nutzen:

Das Mähgut kann als Einstreu verwendet werden.

.Wiesenbauliche Empfehlungen: (nach Dietl 1994)

Mahd: einmal im Jahr - bestenfalls Herbst, ab Anfang September
Düngung: nicht zweckmäßig: durch die beständige Durchfeuchtung der Böden wird ein aktives Bodenleben vermindert, Nährstoffe können nur langsam und in geringen Mengen bereitgestellt werden. Die Arten dieser Wiesen sind an diese Bedingungen angepasst - eine größere Menge an Nährstoffen kann vom Großteil der Arten nicht verwertet werden!

.Ökologischer Wert der Wiesen:

Diese Wiesen sind wichtig für den Wasserhaushalt der Landschaft, als Wasserrückhalteflächen bzw. Wasserspeicher. Flachmoore gelten als sehr wertvolle Moortypen, die zahlreiche, vom Verschwinden bedrohte Pflanzen- und Tierarten beinhalten. Die Kleinseggenrieder - insbesondere jene auf sauren Standorten - sind von Natur aus eher artenarm. Die vorkommenden Arten sind hochspezialisiert und konkurrenzschwach, wie z.B.: Enziane, Orchideen. Unter den Pflanzenarten sind auch zahlreiche für den Menschen nützliche Pflanzen wie z.B. der Sumpf-Baldrian. Durch die Nutzung als Streuwiesen konnten Arten der Streu- und Wirtschaftswiesen einwandern, wodurch die Artenzahl vergrößert wurde.

.Fördermöglichkeiten:

Förderung nach ÖPUL- Richtlinien gegeben - Informationen dazu in der Abteilung Umweltschutz des Landes Tirol.