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Wiesentypen / Glatthaferwiesen:
 
Eigentliche Wirtschaftswiese:

Die traditionelle und ursprünglich häufigste Form der Wiesen im Talraum ist (bzw. war) die mäßig intensiv genutzte Glatthaferwiese. Sie kommt auf mittelmäßig wasserversorgten Böden mit gutem Nährstoffangebot vor (in höheren Lagen Goldhaferwiese - wird hier nicht näher behandelt). Die Wiesen werden 2- bis max. 3mal pro Jahr gemäht und meist mit Stallmist gedüngt. Auf Grund des meist großen Blütenpflanzenreichtums bilden diese Wiesen über das Jahr hinweg verschiedene Blühstadien aus.

.Typische Pflanzenarten (nach Dietl 1994)
 

Hochwüchsige Horstgräser: wie Glatthafer (Arrhenatherum elatius), Goldhafer (Trisetum flavescens), Knäuelgras (Dactylis glomerata), Wiesenschwingel (Festuca pratensis), Ruchgras (Anthoxanthum odoratum) und der rasenbildende Rotschwingel (Festuca rubra).

Kennzeichnende Kleearten: Rotklee (Trifolium pratense), Weissklee (Trifolium repens), Zaunwicke (Vicia sepium), Vogelwicke (Vicia cracca) und die Wiesenplatterbse (Lathyrus pratensis).

Zahlreiche Kräuter: Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis), Wiesen-Salbei (Salvia pratensis), Wiesen-Glockenblume (Campanula patula), Spitzwegerich (Plantago lanceolata), Kümmel (Carum carvi), Große Bibernelle (Pimpinella major), Wiesenlabkraut (Galium mollugo), Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis), Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea), Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare), Zweijähriger Pippau (Crepis biennis), etc

Beispiele - Pflanzensteckbrief

Je nach Nutzungsintensität und Standortbedingungen können verschiedene Ausprägungen der Glatthaferwiese unterschieden werden:

Trockene Ausprägung: bei mäßig intensiver Nutzung können hier v.a. noch einige Arten der Trocken- und Halbtrockenrasen vorkommen, wie z.B. Wilde Möhre (Daucus carota), Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor), Knolliger Hahnenfuß (Ranunculus bulbosus), Schafgarbe (Achillea millefolium), Wundklee (Anthyllis vulneraria), Mittlerer Wegerich (Plantago media), etc.

Feuchte Ausprägung: je nach Nutzungsintensität sind hier Arten verschiedener Feuchtstandorte zu finden, wie z.B. Kohldistel (Cirsium oleraceum), Pfennigkraut (Lysimachia nummularia), Großer Wiesenknopf (Sanguisorba major), Scharfer Hahnenfuß (Ranunculus acris), Kuckuckslichtnelke (Lychnis flos-cuculi), etc.

 

.Nutzen:

Artenreiche Glatthaferwiesen liefern ein gehaltärmeres dafür aber mineralstoff- und rohfaserreiches Heu, und einen gehaltreichen zweiten und bisweilen auch dritten Schnitt. Dieses gehaltärmere Futter eignet sich vor allem für weniger anspruchsvolle Tiere wie galte Kühe, Jungvieh, Pferde, Schafe aber es wirkt auch gesundheitsfördernd für Hochleistungstiere: "Jeden Tag eine gute Portion von diesem Heu ist für Kühe mit hoher Leistung gesund und hilft unter anderem gegen Durchfallerkrankungen" (Dietl 2004).

VORTEIL dieser Wiesen:
Die Wiesen sind Nutzungselastisch, das bedeutet, die optimale Schnittreife wird erst nach derjenigen der stärker gedüngten Wiesen erreicht und erstreckt sich über einen längeren Zeitraum - ohne Qualitätsverluste.

.Wiesenbauliche Empfehlungen: (nach Dietl 1994)

Düngung: gut verrotteter Mist, jährlich etwa 8 bis 10t/ha und alle drei bis fünf Jahre eine mäßige Gabe von gut verdünnter Gülle (20m³/ha) - (im Frühherbst) wären eine angemessene Düngung.
Mahd: Will man diese alten Kulturwiesen erhalten, darf erst gemäht werden, wenn die meisten Gräser und Kräuter verblüht sind (nicht silieren!) - ab Mitte Juni. Nur so können sie versamen! Damit dieser relativ späte Heuschnitttermin eingehalten werden kann sollten die Pflanzenbestände nicht mit stickstoffreichen Düngern‚ getrieben werden!

.Ökologischer Wert der Wiesen:

Der allgemein große Pflanzenreichtum dieser Wiesen - insbesondere die große Vielfalt an Wiesenkräutern und Leguminosen ist ausschlaggebend für eine große Vielfalt an tierischen Bewohnern. Sie weisen im Jahresverlauf verschiedene Blühaspekte auf und sind zu den Hauptblühphasen zwischen Mai und Juli sehr bunt. Blumen bzw. Blüten stellen eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten wie Bienen, Hummeln, Schmetterlinge sowie andere Nektarsauger dar. Somit gehören blumenreiche Wiesen zu den wichtigsten Standorten für Schmetterlinge und andere Wiesenbewohner (LECHNER&ORTNER 2001). Viele der Blütenpflanzen wurden in früheren Zeiten auch als Heilmittel oder als Nutzpflanzen verwendet.

.Fördermöglichkeiten:

Seit Anfang 2004 ist eine Förderung artenreicher Wirtschaftswiesen im ÖPUL-Programm vorgesehen. Informationen dazu in der Abteilung Umweltschutz des Landes Tirol.




 
 
Pflanzensteckbrief