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Naturhaushalt:    
 
.Verlust an Artenvielfalt:

Die moderne Grünlandwirtschaft mit mehrheitlich mittel bis sehr intensiv genutzten Flächen hat unsere artenreichen, extensiv und wenig intensiv genutzten Kulturwiesen mancherorts stark zurückgedrängt.
Mit diesen Wiesen verschwinden auch viele Nektar- und Pollen spendende Blütenpflanzen und damit wiederum die Lebens- und Nahrungsgrundlage für Nektar- und Pollen sammelnde Insekten (Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, usw.) - die wichtigsten Bestäuber in unserer Kulturlandschaft.

Entscheidend für den Artenreichtum einer Wiese ist das Nähstoffniveau und damit in direktem Zusammenhang die Häufigkeit bzw. der Zeitpunkt des Schnittes:

Unter dem Einfluss der Düngung nimmt die Zahl der Blütenpflanzen stetig ab. Die artenreichsten Wiesen mit bis zu 70 Arten sind die extensiv genutzten Halbtrockenrasen und Trockenrasen. In wenig intensiv genutzten Wiesen, z.b. Salbei-Glatthaferwiesen kann man bis zu 50 Arten zählen. Sehr intensiv genutzte Wiesen mit etwa 15 Arten signalisieren die Grenzen der Wiesenkultur.

Grund für den Artenrückgang: Der Hauptgrund liegt darin, dass viele Blütenpflanzen zwar einen höheren Nährstoffgehalt verkraften, aber nicht nutzen können. Die hauptsächlichen Nutznießer in der Natur sind diejenigen, welche die Nährstoffe am schnellsten umsetzen und die größte Wuchshöhe erreichen können. In der Wiese sind das vor allem Gräser und einige wenige stickstoffverträgliche Kräuter wie z.B. Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris), Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium) und Löwenzahn (Taraxacum officinalis). Wenn das Wachstum mit der Düngung angetrieben wird, können viele kleinwüchsige Kräuter der Konkurrenz stärker wachsender Arten nicht mehr standhalten und verschwinden. Zudem sind die kleinwüchsigen Arten meist sehr lichtbedürftig.

So kann starke Düngung die Artenzahl der Wiesenvegetation oft um mehr als zwei Drittel reduzieren. Die Konsequenz für Tierwelt multipliziert sich einerseits durch den Umstand, dass eine einzige Pflanze die Lebensgrundlage für bis zu 12 Tierarten sein kann (WILLI, 1991), und andererseits dadurch, dass sich durch die intensive Grünlandlandbewirtschaftung das Kleinlima in Bodennähe ändert. Starke Düngung bedingt artenarme aber sehr dichte Vegetationsbestände, wodurch es in Bodennähe zu einem schattigeren, feuchteren und damit kühleren Klima kommt, welches von Kleinlebewesen wie z.B. Heuschrecken, Grillen gemieden wird.

Im Zusammenhang mit der Düngung steht auch die Schnitthäufikeit bzw. die vermehrte Produktion von Grassilage. (siehe: Silagenutzung verändert die Wiesen und die Landschaft!)

.Bienen:

In intensiv bewirtschafteten Grünlandflächen gibt es kaum Nahrungsangebot (Pollen und Nektar) für Honigbienen.

Um die Lebensbedingungen der Bienen zu verbessern, um die Bestäubung der Wild- und Kulturpflanzen zu sichern, gibt es viele Möglichkeiten.

Eine davon ist der nachhaltige Wiesenbau. Er liefert die besten Voraussetzungen für einen vielfältigen Pflanzen-bestand und somit einen wertvoller Beitrag für das Überleben der Bienen - ebenso wie für alle anderen nektar- und pollensuchenden Insekten.

In den offenen Blüten unterschiedlichster Blütenpflanzen finden die Bienen Nektar und Pollen. Eine angepasste bzw. zurückhaltende organische Düngung sowie ausreichend lange Mähintervalle (mindestens 8 Wochen) garantieren, dass Pflanzen zum Blühen kommen. Damit das Nahrungsangebot und somit die Lebensgrundlage auch verlässlich während der ganzen Vegetationszeit besteht, wäre es günstig, nicht alle Flächen gleichzeitig zu nutzen.

.Weitere Informationen unter:

www.bluehende-landschaft.de

 
Dietl W. und Lehmann J.; Ökologischer Wiesenbau - Nachhaltige Bewirtschaftung