| Wiesen:
Erkennen - Beurteilen - Nutzen |
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Der Hauptreferent
Dr. Dietl (Agrarökologe von der Eidgenössischen
Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau
in Zürich-Reckenholz) ist einer der bekanntesten
Experten für Wiesenbewirtschaftung. Daneben
kamen noch Experten aus Tirol zu Wort: Dr. Andreas Koutny,
Grünlandberater der LLK Mag. Kurt Lechner, Biologe
Mag. Michael Reischer, Amtsachverständiger für
Naturkunde
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Einmal mehr hat Dr. Dietl in seinen
Vorträgen deutlich gemacht, dass man Wiesenbewirtschaftung
ohne ökologischen Hintergrund nicht betreiben kann. "Eine
nachhaltige Nutzung setzt voraus, dass die Wiesentypen erkannt
werden, und wir wissen, wie wir sie zu düngen und zu
pflegen habe." Ökonomie und Ökologie sind
also nicht - wie so oft angenommen - Gegenspieler, sondern
ergeben zur im Zusammenhang ein sinnvolles Ganzes.
Es ist verfehlt, wenn man alle Wiesen
so intensiv wie möglich nutzen möchte. Jede Wiese
hat ihr bestimmtes Ertragsvermögen und ihre besondere
Entwicklungsmöglichkeit. Wird intensiviert, verändern
sich die Pflanzenbestände - und das nicht immer zum Vorteil
für den Bewirtschafter. Wer nur energie- und eiweißreiches
Futter produzieren will und deshalb immer häufiger nutzt
und intensiver düngt, kann dadurch jeden Wiesenbestand
und dessen Ertragsfähigkeit zerstören. (Dietl
2004).
| Nicht
immer bedeutet mehr Düngung und häufiger Schnitt
gleichzeitig mehr Ertrag! |
Sinnvolle
intensive Wiesennutzungen ist nur unter Berücksichtigung
bestimmter Faktoren möglich. Stimmen diese Faktoren,
dann ist aber auch hier eine maßvolle Düngung notwendig.
4- 5malige Mahd stellen das Maximum der intensiven Nutzung
dar! "Vernunft hat ihre Grenzen! (Dummheit kennt keine)."
(Dietl)
Werden wesentliche wiesenbauliche Kenntnisse
ignoriert, führt das zu desolaten Intensivwiesen, die
auch dem Bewirtschafter wenig bringen. Verfehlte Intensivierung
bringt kein gutes Futter - meist kommen in diesen Flächen
verstärkt unerwünschte Pflanzen wie z.B. der Ampfer'
vor: "den Ampfer hat man nicht - den verdient man
sich" (Dietl). Zudem stellen diese Wiesen eine
Belastung für die Umwelt dar und zeigen Auswirkungen
auf die Erholungseignung der Landschaft, Lebensraum heimischer
Tier- und Pflanzenarten sowie auch Auswirkungen auf anderen
Ebenen wie Tiergesundheit, Lebensmittelqualität.
Dietl: wenn der Bauern die Flächen die intensiv genutzt
werden gut und kompetent nutzen würde, gäbe es dazwischen
immer wieder Platz für weniger intensiv genutzte Wiesen
- aber leider gibt es viele desolate Intensivwiesen.
Die
ökonomischen als auch ökologischen Ziele in der
Wiesenbewirtschaftung könnte man mit einem "abgestuften
Wiesenbau" vereinen. Für den Bauern ist es von
Bedeutung, sowohl intensiv genutzte Wiesen (kompetent genutzt!)
zu besitzen, als auch wenig intensiv genutzte Wiesen. Gehaltreiches
Futter von Intensivwiesen ist wichtig für Tiere mit hoher
Leistung. Gehaltärmeres Futter mit hohem Rohfaseranteil
- z.B. von einer artenreichen, wenig intensiv genutzten Glatthaferwiese
- eignet sich hingegen besonders gut für galte Kühe
oder Pferde und Schafe. Außerdem wirkt sich dieses Futter
positiv auf die Tiergesundheit aus. Dietl: täglich
eine gute Portion von dem Heu einer artenreichen Wiese (z.B.
Glatthaferwiese) ist für die Kühe sehr gesund und
hilft unter anderem gegen Durchfallerkrankungen unter dem
Motto: "Eine Kuh ist kein Schwein - die hat immer
noch einen Pansen".
| Mit
dem "abgestuften Wiesenbau" könnte
man Innovation und Tradition vereinen - zum Vorteil für
den Bauern ebenso wie für die Natur. Damit wäre
eine vielfältige Kulturlandschaft möglich, in
der verschiedene Wiesentypen nebeneinander vorkommen könnten
und mit der neben der landschaftlichen auch die biologische
Vielfalt erhalten werden könnte. |
Dieser These stimmte auch der Gründlandexperte
der Landwirtschaftskammer Dr. Koutny zu. Er fügte
allerdings hinzu, dass für eine Umsetzung auch entsprechende
wirtschaftliche Rahmen-bedingungen geschaffen werden müssten,
die den Bewirtschaftern eine derartige Nutzung ermöglichen.
Grundsätzlich wurde seitens der
Landwirtschaftskammer signalisiert, dass eine Zusammenarbeit
mit anderen Fachbereichen, insbesondere auch mit dem Naturschutz
durchaus erwünscht ist.
Wiesen gehören zu den vorherrschenden
Lebensräumen. Ihr Zustand ist für die ökologische
Qualität der Kulturlandschaft von wesentlicher Bedeutung.
In der Fachtagung wurde deutlich, wie man Innovation und Tradition
vereinen könnte. Die Berücksichtigung ökologischer
Aspekte bringt nicht nur dem Bewirtschafter Vorteile, sondern
hat auch positive Auswirkungen auf die Natur. In diesem Sinne
bedarf es gemeinsamer Anstrengungen verschiedenster Interessens-vertreter,
damit die Ergebnisse auch zur Umsetzung gelangen.
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