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"In Tirol ist immer alles gut, wir Tiroler sind gut",
zumindest in den Sonntagsreden; vom landschaftspflegenden
Bauern bis zum Touristiker der das Tal mit Touristen füllt.
Bei näherem Hinsehen entpuppt sich vieles als ein Mythos,
Tirol ist nicht mehr von würziger Bergluft erfüllt,
die Stille hat sich zurückgezogen, so viele Bäche
wie hier wurden in keiner Gebirgsregion verbaut. Jeder der
an den Mythen der heilen Welt kratzt irritiert, wird als Nestbeschmutzer
stigmatisiert. Dahinter verbergen sich Ängste. Einerseits
sind die Traumatas der Armut der Vor- und Nachkriegszeit noch
wirksam, andererseits hat die rasante Wohlstandsentwicklung
den Geruch von: wird er bleiben, wie stabil ist er oder kippt
er weg, wenn die Talabfahrt nicht bewilligt wird, nicht jede
mögliche Kilowattstunde produziert wird? Daraus entstehen
immer wieder die Polarisierungen des alles Gewinnens oder
alles Verlierens in denen kaum mehr eine tiefer gehende Debatte
möglich ist. Jeder Bereich will alles haben und hat gleichzeitig
Angst alles zu verlieren. In dieser Situation werden dann
Mythen und Stigmatisierungen wie Waffen aus felsenfesten Positionen
heraus im Gespräch eingesetzt. Alles oder Nichts, Sieger
oder Verlierer, kein gutes Programm für die Zukunft.
Was mich durch diese Konflikte getragen hat, waren die zahlreichen
Begegnungen, wie z.B. mit dem Engagement von Initiativen und
Vereinen, mit Unternehmen die erfolgreiche neue Wege gegangen
sind. Mit Jugendlichen und Künstlern, sowie Momente in
denen mich die Schönheit der Natur berührte.
Die zahlreichen Konflikte, also das Gegeneinander und die
damit von vielen beklagte Fruststimmung im Land, weil nichts
mehr ginge kann nur aufgelöst werden, wenn Tabus angesprochen,
Mythen und Stigmatisierungen als billiger Trick zur Machterhaltung
entlarvt werden.
Ich stelle fest, dass immer mehr Menschen im Land bereit sind
diese Mythen zu verlassen um offen, fair und zukunftsorientiert
miteinander ins Gespräch zu kommen.
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