Nachtaktive Insekten orientieren sich bei ihren Flügen am UV-Licht des Mondes bzw. der Himmelskörper. Ihr Sehmaximum liegt im ultravioletten (UV-)Bereich des Lichtspek-trums. Ihre extrem lichtempfindlichen Facet-tenaugen besitzen am Augenhintergrund einen Reflektor, der jedes Quäntchen Licht, das die Sehzellen verfehlt, erneut zu ihnen zurückwirft. Die in Österreich sehr häufig verwendeten Quecksilberdampf Hochdruck-lampen emittieren einen großen Teil des Lichtes in dem für den Menschen unsichtbaren UV-Bereich. Dadurch werden die licht-empfindlichen Tiere geblendet und in ihrer Orientierung fehlgeleitet. Sie fliegen zwanghaft die Leuchtkörper an, bis sie vor Erschöpfung verenden oder verbrennen. Auf diese Art und Weise werden durch künstliche Lichtquellen jährlich Millionen nachtaktiver Insekten ihrem Lebensraum „entzogen“ oder in ihrem natürlichen Lebensrhythmus gestört, sei es bei der Nahrungsaufnahme, bei der Fortpflanzung, bei der Eiablage oder auch, dass sie in Nähe der Lichtquellen eine leichte Beute für Fledermäuse oder Vögel werden. Für den Artenschutz stellt diese Tatsache ein zunehmendes Problem dar, denn ein Großteil der Insektenarten Mitteleuropas ist nacht-aktiv. Allein von den in Österreich nachgewiesenen ca. 4000 Schmetterlings-arten sind gut 85% nachtaktiv und einige auch geschützt, wie z.B. die Ordensbänder. Während ihre gern gesehenen tagaktiven Verwandten die Aufmerksamkeit und das Wohlwollen der Bevölkerung genießen, sind die meisten Nachtfalter auf Grund ihrer Lebensweise in weiten Bevölkerungskreisen unbekannt. Ihr Sterben geht leise und im nächtlichen Schein der Lichter vor sich. Die Folge ist ein zunehmender Ausdünnungseffekt – die Gefährdung bereits seltener Arten steigt stetig an. Viele Arten werden bereits in der Roten Liste der gefährdeten Tierarten angeführt. Starke Beleuchtung gefährdet auch Zugvögel. Vielfach wird während der Zugzeit von verirrten, orientierungslosen Zugvogelschwärmen berichtet, die auf ihrem Flug in den Süden durch starke Licht-konzentrationen beispielsweise von Sky-beamern fehlgeleitet werden.

 
Orientierung der Falter am Licht: Die Attraktivität von kurzwelligem Licht auf Insek-ten macht sich die Forschung schon lange zu Nutzen. So werden Inventare von Nacht-faltern mittels Kunstlichtein-richtungen erhoben. Dabei können wie hier in Osttirol (Prägraten) hunderte Tiere in einer einzigen Nacht regist-riert werden.
 
 
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