Ein Blick in die Beleuchtungskultur der Vergangenheit.  
 
 
 

In zweierlei Hinsicht wurde das Problem der Lichtver-schmutzung bisher für Schüler aufbereitet: Einerseits in Bezug auf den Artenschutz, andererseits in Bezug auf die (mehr und mehr eingeschränkte) Sichtbarkeit der Sterne.

„Leuchtnacht“ im Virgental

Ein Pilotprojekt, das an zwei ausgewählten Schulen in Virgen und in Zirl in Zusammenarbeit mit den LehrerInnen Anfang des Jahres 2001 angelaufen ist, brachte das im Unterricht vielfach vernachlässigte Themenfeld „Licht und Insekten“ den Kindern näher. Der Grund für die Auswahl dieser beiden Schulen liegt in den örtlichen Gegebenheiten. Das Virgental bietet als eine der wenigen ökologisch intakten Landschaften Lebensraum für zahlreiche Schmetterlingsarten.

Zirl besitzt nördlich, in Richtung Burg Fragenstein einen reich strukturierten Hang-bereich mit ebenfalls zahlreichen Schmetterlingsarten. Das Thema „Schmetterlinge“ wurde fächerübergreifend in Biologie, Turnen, Werken und Deutsch thematisiert. Schmetterlingsbeobachtungen im Freien und Raupenzucht im Klassenzimmer machten mit den Tieren vertraut und bauten Gefühlsbeziehungen auf. Als Höhepunkt des Projektes erlebten die Schüler jeweils eine „Leuchtnacht“.

Solche Leuchtaktionen gehören zu den in der Insektenforschung üblichen Methoden. Die Wissenschaftler des Tiroler Landesmuseums haben sie für das Projekt „Helle Not“ adaptiert, um den Unterschied zwischen Quecksilber-dampflampen und Natriumdampflampen auf die Anziehungskraft für Insekten zu demonstrieren. Das einschneidendste Erlebnis für die Kinder beider Schulen war die Raupenzucht: Raupen genossen zu Beginn des Projektes keinerlei Sympathie bei den Kindern. Manche verzogen beim Wort Raupe das Gesicht, als handelte es sich um das Ekligste überhaupt. Das sollte sich aber bald ändern: Zuerst wurde ein Raupenkasten gebastelt, dann wurden in der Turnstunde – beim Joggen – Raupen sowie die Futterpflanzen gesammelt.

Eine Raupe zu Hause ist wie eine Kuh im Stall: Sie braucht täglich Pflege, die richtige Futterpflanze und Wasser. Dabei traten natürlich auch Pannen und Misserfolge auf – z.B. wurden einige Raupen mit zu viel Wasser versorgt, sodass sie ertranken – aber die Kinder waren mit einem riesigen Eifer bei der Sache. Am Ende des Projektes hatten alle Entwicklungs-stadien der Schmetterlinge die Herzen der Kinder erobert. Zum Schulprojekt gibt es weiterführendes Informationsmaterial, das bei der Landesumweltanwaltschaft Innsbruck angefordert werden kann.

Himmelsbeobachtungen
im Rahmen des Physikunterrichts

Die Beeinträchtigung des Nachthimmels durch zuviel Licht war Gegenstand des Projekts „Wieviele Sterne sehen wir noch?“, welches im Rahmen der Science Week@Austria im Mai 2001 auch für Schulen aufbereitet wurde (siehe S. 25). Unterrichts-material zu diesem Thema ist im Internet abrufbar unter http://physicsnet.asngraz.ac.at/physik/lv.htm oder über sterne@astro.univie.ac.at.

 
 
 
Leuchtnacht - mit VS Virgen
 
Erfolgreiche Raupenzucht der Schüler von der Haupt-schule Zirl
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