| Krähen und Raben gab es in Tirol immer schon. Sie sind
sehr anpassungsfähig und gute Problemlöser wie die
Forschung in den letzten Jahren bewiesen hat. Die Vögel
verfügen praktisch über alle geistigen Fähigkeiten,
welche auch Schimpansen auszeichnen, weshalb sie auch als "gefiederte
Primaten" bezeichnet werden.
Ihre Eigenschaften machen die Krähen zu typischen
Kulturfolgern. Sie verstehen es von und mit den Menschen
zu leben - und können in diesem Zusammenhang auch erheblichen
Ärger verursachen. Vor allem in den Gemüseanbaugebieten
von Tirol.
Entsprechend den Erzählungen eines Bauern aus Thaur
stöberten die Tiere früher v.a. in den Misthäufen
herum, die von den Bauern im Randbereich der Felder gelagert
wurden. Das gibt es heute nicht mehr. Die Bauern sind nur
mehr auf den Gemüseanbau spezialisiert - Vieh haben sie
keines mehr - der Mist als Dünger wurde durch andere
Mittel ersetzt. Dadurch fällt der Misthaufen als wichtige
Nahrungsquelle für die Krähen aus - sie müssen
ihre Nahrung woanders suchen und finden sie auch: in den Gemüseanbauflächen.
Einerseits werden dort im Herbst und Winter viel Gemüseabfälle
ausgebracht, andererseits stellen die bewirtschafteten Felder
im Frühjahr und Sommer auch ein entsprechendes Nahrungsangebot
dar: Jungpflanzen können den Krähen ebenso zum
Opfer fallen' wie Krautköpfe oder anderes Gemüse.
Aus diesem Grund wurde heuer der Abschuss einer bestimmten
Anzahl an Krähen in diesen Gebieten behördlich
genehmigt.
ABER ist es notwendig die getöteten Krähen zur
Schau' zu stellen!?
Expertenmeinungen dazu:
Wenn es notwendig ist, Krähen von Kulturen oder Siloballen
fernzuhalten, könnte man ihre Verhaltensweise nutzen
und etwa schwarze Lumpen (oder z.B. auch schwarze alte Folienreste)
zu einem Knäuel wickeln, und aufhängen und alle
paar Tage die Position verändern. Krähen meiden
gewöhnlich instinktiv solche Objekte, wie Univ. Prof.
Dr. Kurt Kotrschal & Dr. Thomas Bugnyar von der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle
für Ethnologie in ihrem Artikel "'Rabenvögel
- gescheite Biester' im Heft Natur und Land (1/2 2005) erläutern.
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