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Kurzreportage - "RABENKRÄHEN":
 
 
MEINUNGEN
 
Diese Bild weckt viele Emotionen. Vermittelt wurde mir folgendes Stimmungsbild:
 
"I find's makaber" (Lehrerin)

"Ja ich weiß nicht, wenn's notwendig ist um andere Tiere zu verscheuchen" (Hausfrau)

"Einfach grausig - erinnert mich an das Mittelalter und ist zudem eine Zumutung für die Anrainer" (Technischer Angestellter)

"Wenn's hilft die anderen Tiere zu verscheuchen ist alles recht - dann müssen auch nicht so viele abgeschossen werden" (pensionierter Bauer)

 
Fakten
 
Krähen und Raben gab es in Tirol immer schon. Sie sind sehr anpassungsfähig und gute Problemlöser wie die Forschung in den letzten Jahren bewiesen hat. Die Vögel verfügen praktisch über alle geistigen Fähigkeiten, welche auch Schimpansen auszeichnen, weshalb sie auch als "gefiederte Primaten" bezeichnet werden.

Ihre Eigenschaften machen die Krähen zu typischen Kulturfolgern. Sie verstehen es von und mit den Menschen zu leben - und können in diesem Zusammenhang auch erheblichen Ärger verursachen. Vor allem in den Gemüseanbaugebieten von Tirol.

Entsprechend den Erzählungen eines Bauern aus Thaur stöberten die Tiere früher v.a. in den Misthäufen herum, die von den Bauern im Randbereich der Felder gelagert wurden. Das gibt es heute nicht mehr. Die Bauern sind nur mehr auf den Gemüseanbau spezialisiert - Vieh haben sie keines mehr - der Mist als Dünger wurde durch andere Mittel ersetzt. Dadurch fällt der Misthaufen als wichtige Nahrungsquelle für die Krähen aus - sie müssen ihre Nahrung woanders suchen und finden sie auch: in den Gemüseanbauflächen. Einerseits werden dort im Herbst und Winter viel Gemüseabfälle ausgebracht, andererseits stellen die bewirtschafteten Felder im Frühjahr und Sommer auch ein entsprechendes Nahrungsangebot dar: Jungpflanzen können den Krähen ebenso ‚zum Opfer fallen' wie Krautköpfe oder anderes Gemüse.

Aus diesem Grund wurde heuer der Abschuss einer bestimmten Anzahl an Krähen in diesen Gebieten behördlich genehmigt.

ABER ist es notwendig die getöteten Krähen ‚zur Schau' zu stellen!?

Expertenmeinungen dazu:
Wenn es notwendig ist, Krähen von Kulturen oder Siloballen fernzuhalten, könnte man ihre Verhaltensweise nutzen und etwa schwarze Lumpen (oder z.B. auch schwarze alte Folienreste) zu einem Knäuel wickeln, und aufhängen und alle paar Tage die Position verändern. Krähen meiden gewöhnlich instinktiv solche Objekte, wie Univ. Prof. Dr. Kurt Kotrschal & Dr. Thomas Bugnyar von der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle für Ethnologie in ihrem Artikel "'Rabenvögel - gescheite Biester' im Heft Natur und Land (1/2 2005) erläutern.

 
 
Links:
 
Steckbrief - Rabenkrähe:
 
Gemeinde Thaur: Webseite
 
 
 
04.06.2005 16:23
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Eine Initiative des Tiroler Landesumweltanwaltes.